Yuh und Swissquote gehören zur gleichen Unternehmensgruppe – trotzdem könnten die beiden Angebote unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite die reduzierte, werbefreie App fürs Banking und einfache Investieren. Auf der anderen Seite ein vollwertiger Broker mit riesigem Angebot und mehr Funktionen für alle, die tiefer einsteigen wollen. In diesem Artikel schauen wir uns Yuh und Swissquote im direkten Vergleich an. (Falls du zusätzlich Neon einbeziehen möchtest, findest du hier unseren → Dreier-Vergleich Yuh vs. Neon vs. Swissquote.

Wer steckt hinter Yuh und Swissquote
Swissquote ist die 1990 gegründete Schweizer Online-Bank mit eigener Banklizenz, reguliert durch die FINMA und seit 2000 an der SIX Swiss Exchange kotiert. Yuh wiederum startete 2021 als gemeinsames Projekt von PostFinance und Swissquote – seit Juli 2025 gehört Yuh zu 100% der Swissquote Bank AG. Das heisst: Wer bei Yuh investiert, tut dies technisch über dieselbe Infrastruktur wie bei Swissquote, aber mit deutlich reduziertem Funktionsumfang und Angebot. Beide unterliegen der Schweizer Einlagensicherung bis CHF 100'000.
Gebühren für Aktien und ETFs im Detail
Hier unterscheiden sich die beiden Anbieter am stärksten – nicht nur in der Höhe, sondern im ganzen Prinzip.
Yuh rechnet die Trading-Gebühr seit Juli 2026 gestaffelt nach Kaufbetrag ab:
0.50% bis CHF 10'000
0.35% von CHF 10'000.01 bis 20'000
0.25% über CHF 20'000
Dazu kommen keine Depotgebühren – die Depotführung ist bei Yuh in jedem Fall kostenlos.
Swissquote arbeitet mit einer gestaffelten Flatfee an der Schweizer Börse (analog USA und Grossbritannien): CHF 3 bis CHF 500, CHF 5 bis CHF 1'000, CHF 10 bis CHF 2'000, CHF 29 bis CHF 10'000, danach weiter steigend bis CHF 190 bei Beträgen über CHF 50'000. Dazu kommt pro Transaktion ein Zuschlag von CHF 0.85 für Echtzeitdaten. Swissquote erhebt zusätzlich eine quartalsweise Depotgebühr von 0.025% des Wertschriftenvermögens (mindestens CHF 20, maximal CHF 50 pro Quartal – also CHF 80 bis 200 pro Jahr).
So sieht der direkte Vergleich für einen Kauf an der Schweizer Börse aus:
Kaufbetrag | Yuh | Swissquote |
|---|---|---|
CHF 500 | CHF 2.50 | CHF 3.85 |
CHF 1'000 | CHF 5.00 | CHF 5.85 |
CHF 5'000 | CHF 25.00 | CHF 29.85 |
CHF 10'000 | CHF 50.00 | CHF 29.85 |
CHF 15'000 | CHF 52.50 | CHF 49.85 |
CHF 20'000 | CHF 70.00 | CHF 79.85 |
CHF 30'000 | CHF 75.00 | CHF 129.85 |
Auffällig: Bei CHF 10'000 und CHF 15'000 ist kurz Swissquote günstiger, weil Yuh dort noch auf der obersten Gebührenstufe liegt, während Swissquote bereits von der nächsten Flatfee-Stufe profitiert. Bei kleinen Beträgen unter CHF 6'000 und bei grossen Beträgen über CHF 15'000 ist meist Yuh die günstigere Wahl. Wichtig: Die Swissquote-Depotgebühr ist hier noch nicht eingerechnet – über ein Jahr gerechnet verschiebt sich der Vorteil bei kleineren Depots zusätzlich zugunsten von Yuh.
ETF-Sparpläne und Fractional Shares
Beide Anbieter ermöglichen automatisiertes Sparen in Bruchteilen (Fractional Shares) – das war lange ein Alleinstellungsmerkmal von Yuh, gilt heute aber auch bei Swissquote.
Yuh bietet aktuell 6 ausgewählte ETFs, die im Rahmen eines wiederkehrenden Sparplans komplett kostenlos bespart werden können (nur der Kauf ist gebührenfrei, der Verkauf und Fremdwährungsgebühren fallen weiterhin an). Für alle anderen ETFs sowie für Einmalkäufe gilt die reguläre gestaffelte Gebühr. Insgesamt stehen bei Yuh rund 50–60 ETFs sowie über 300 Aktien zur Auswahl.
Swissquote bietet keine komplett gebührenfreien ETFs, dafür aber deutlich günstigere Sparplan-Ausführungen ab CHF 3 sowie eine viel grössere Auswahl: rund 100 sparplanfähige ETFs und ausgewählte Aktien als Fractional Shares, dazu über 1'100 "ETF Leader" mit vergünstigten Gebühren und ein Gesamtangebot von über 3 Millionen handelbaren Wertpapieren an mehr als 60 Börsenplätzen weltweit.
Für dich heisst das: Willst du mit möglichst wenig Aufwand und null Kosten in wenige ETFs sparen, ist Yuh im Vorteil. Willst du eine grössere Auswahl und bist bereit, für den Sparplan ein paar Franken zu zahlen, bietet Swissquote deutlich mehr Spielraum.
Wie deine Wertpapiere gehalten werden
Ein Punkt, der oft übersehen wird: Bei Yuh werden deine Aktien und ETFs treuhänderisch bei der Mutterbank Swissquote verwahrt. Du bist wirtschaftlich Eigentümer, aber nicht im Aktienregister eingetragen – das heisst konkret: keine Teilnahme an Generalversammlungen, kein Stimmrecht, keine Sachdividenden (z.B. die bekannte Swatch-Aktionärsuhr, die es jährlich für eingetragene Namensaktionäre gibt). Deine Ansprüche bleiben aber auch im Konkursfall vollständig geschützt, da die Wertpapiere als Sondervermögen gelten.
Bei Swissquote kannst du Schweizer Namensaktien freiwillig und kostenlos ins Aktienregister eintragen lassen. Damit erhältst du volle Aktionärsrechte: Stimmrecht, Einladung zur Generalversammlung und Anspruch auf Sachdividenden.
Für dich heisst das: Reine ETF-Sparerinnen und -Sparer merken davon in der Praxis wenig. Wer aber gezielt Schweizer Einzelaktien hält und aktiv als Aktionär auftreten möchte – zum Beispiel für die jährliche Swatch-Uhr –, kommt an Swissquote (oder einem anderen Broker mit Registereintrag) nicht vorbei.
Kryptowährungen
Yuh ermöglicht den direkten Kauf von Kryptowährungen in der App zu einer Pauschalgebühr von 1% pro Transaktion – einfach und unkompliziert, aber ohne Wallet-Funktion oder Weiterverschiebung.
Swissquote betreibt mit SQX eine eigene Krypto-Börse mit einem dynamischen Maker-Taker-Modell: Wer wenig handelt, zahlt ebenfalls 1% (Maker und Taker), die Gebühr sinkt aber mit steigendem 30-Tage-Handelsvolumen bis auf 0.08% (Maker) bzw. 0.18% (Taker) bei sehr grossen Volumen. Zusätzlich bietet Swissquote eine Wallet-Funktion für den Ein- und Auszahlungsverkehr sowie Staking für ausgewählte Kryptowährungen (Ethereum, Polkadot, Solana, Cardano – 20% Gebühr auf die Erträge). Wichtig: Krypto-Bestände zählen bei Swissquote zur Bemessungsgrundlage der Depotgebühr, bei Yuh nicht.
Für dich heisst das: Für gelegentliche, kleine Krypto-Käufe ist Yuh simpler. Wer regelmässig grössere Summen handelt oder eine Wallet-Funktion braucht, ist bei Swissquote besser aufgehoben.
Säule 3a
Beide Anbieter haben eine eigene digitale Säule 3a im Programm.
Yuh 3a kostet eine All-in-Fee von 0.50% pro Jahr, investiert wird in Swisscanto-Indexfonds über fünf Anlagestrategien (Aktienanteil zwischen 20% und 99%). Es ist nur ein 3a-Konto pro Person möglich.
Swissquote 3a Easy kostet 0.60% pro Jahr für die drei Anlagestrategien (Ausgewogen, Dynamisch, Ambitioniert) sowie zusätzlich eine gebührenfreie Sparstrategie mit 0.10% Zins auf Basis des SARON.
Für die Steuerabzüge 2026 gilt bei beiden gleichermassen: bis CHF 7'258 für Angestellte mit Pensionskasse, bis CHF 36'288 für Selbstständige ohne Pensionskasse.
Für dich heisst das: Bei reiner Kostenbetrachtung ist Yuh 3a etwas günstiger. Wer eine risikolose Spar-Variante ohne Wertschriftenanlage möchte, findet die nur bei Swissquote.
Der Gebühren- und Angebotsvergleich
Kategorie | Yuh | Swissquote |
|---|---|---|
Kontoführung | Kostenlos | Kostenlos |
Depotgebühren | Keine | 0.025%/Quartal (CHF 20–50) |
Handelsgebühr Aktien/ETF Inland | 0.50% / 0.35% / 0.25% gestaffelt | CHF 3–190 gestaffelt + CHF 0.85/Trade |
Gebührenfreie ETF-Sparpläne | 6 ETFs | Keine (ab CHF 3) |
Fractional Shares | Ja, ab CHF 10 | Ja, ~100 ETFs + Aktien |
Kryptowährungen | 1% pauschal | 0.08–1% dynamisch (Maker/Taker) |
Säule 3a | 0.50% All-in | 0.60% All-in (+ gebührenfreie Sparvariante) |
Aktienregister-Eintrag | Nicht möglich | Kostenlos möglich |
Anzahl Aktien/ETFs | Rund 300 Aktien, ca. 55 ETFs | Über 3 Mio. Wertpapiere, über 60 Börsenplätze |
Eigentümerstruktur | 100%-Tochter Swissquote (seit Juli 2025) | Mutterhaus, FINMA-reguliert |
Alle Angaben Stand Juli 2026, ohne Gewähr – Konditionen können sich jederzeit ändern.
Für wen passt was?
Du willst so einfach wie möglich starten, ohne dich mit Gebührenstaffeln zu beschäftigen? → Yuh
Du investierst regelmässig kleinere bis mittlere Beträge und schätzt fehlende Depotgebühren? → Yuh
Du suchst maximale Auswahl an Aktien, ETFs und weltweiten Börsenplätzen? → Swissquote
Du handelst grössere Summen oder willst professionellere Funktionen wie Limit-Orders? → Swissquote
Du willst als Namensaktionär im Aktienregister eingetragen sein (z.B. für die Swatch-Uhr)? → Swissquote
Du bist unsicher, was zu dir passt? Nutze unseren → Broker-Finder
Häufige Fragen zu Yuh vs. Swissquote
Kann ich Yuh und Swissquote gleichzeitig nutzen?
Ja, das ist möglich und für viele sogar sinnvoll – zum Beispiel Yuh für den einfachen ETF-Sparplan und Swissquote für gezielte Einzelkäufe oder ein grösseres Portfolio.
Ist mein Geld bei Yuh oder Swissquote sicherer?
Beide unterliegen der Schweizer Einlagensicherung bis CHF 100'000 und stehen unter FINMA-Aufsicht – letztlich handelt es sich technisch um dieselbe Bank im Hintergrund.
Kann ich bei Yuh trotzdem die Swatch-Aktionärsuhr bekommen?
Nein. Da Yuh keinen Eintrag ins Aktienregister ermöglicht, bleibst du gegenüber der Gesellschaft anonym und hast keinen Anspruch auf Sachdividenden. Dafür brauchst du Swissquote oder einen anderen Broker mit Registereintrag.
Warum sind Yuh und Swissquote bei Krypto so unterschiedlich aufgebaut, obwohl sie zusammengehören?
Yuh ist bewusst auf Einfachheit ausgelegt und bietet Krypto nur als einfachen Kauf ohne Wallet. Swissquote betreibt mit SQX eine eigenständige, umfassendere Krypto-Infrastruktur mit mehr Funktionen für aktivere Nutzer.
Kann ich meine Säule 3a von Yuh zu Swissquote wechseln oder umgekehrt?
Ja, ein Wechsel zwischen 3a-Anbietern ist in der Schweiz grundsätzlich jederzeit möglich und meist kostenlos.
Fazit
Yuh und Swissquote kommen aus demselben Haus, verfolgen aber bewusst unterschiedliche Strategien: Yuh setzt auf Einfachheit, tiefe Kosten für kleinere Beträge und keine Depotgebühren. Swissquote punktet mit einem riesigen Angebot, mehr Funktionen und der Möglichkeit, als vollwertiger Namensaktionär aufzutreten. Für die meisten Einsteigerinnen und Einsteiger ist Yuh der unkompliziertere Startpunkt – wer aber tiefer einsteigen, mehr Kontrolle oder Aktionärsrechte möchte, findet bei Swissquote die passendere Plattform.
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