Yuh und Neon sind die zwei beliebtesten Schweizer Banking-Apps für alle, die Zahlen und Investieren in einer App kombinieren möchten. Beide haben tiefe Gebühren, beide sind komplett digital – und trotzdem gibt es Unterschiede, die für deine Entscheidung wichtig sind. In diesem Artikel schauen wir uns Yuh und Neon im Detail an, damit du weisst, welche App besser zu dir passt.
(Falls du auch Swissquote in den Vergleich einbeziehen möchtest, findest du hier unseren Dreier-Vergleich Yuh vs. Neon vs. Swissquote.)

Was Yuh und Neon gemeinsam haben
Bevor wir in die Unterschiede gehen, ein kurzer Blick auf das, was beide Apps auszeichnet:
Kostenlose Kontoführung, keine Depotgebühren
Komplett digitale Kontoeröffnung in wenigen Minuten
Debitkarte fürs Alltagszahlen kombiniert mit Investieren in einer App
Einlagensicherung bis CHF 100'000 (Yuh über Swissquote Bank AG, Neon über Hypothekarbank Lenzburg)
Eine eigene Säule-3a-Lösung direkt in der App
Gebührenfreie ETF-Sparpläne – ein Pluspunkt bei beiden
Was viele nicht wissen: Sowohl Yuh als auch Neon bieten ETF-Sparpläne an, bei denen die Kaufgebühr komplett entfällt.
Yuh: Aktuell 21 ausgewählte ETFs ohne Kaufgebühr im Sparplan, darunter die globalen Vanguard-Klassiker VWRL und VWRA
Neon: Aktuell 22 ETFs ohne Kaufgebühr im «0%-Sparplan», darunter der Invesco FTSE All-World und seit April 2026 auch der Vanguard FTSE All-World
Wichtig zu wissen: Die Gebührenbefreiung gilt bei beiden Anbietern nur für den Kauf über den Sparplan. Verkaufst du deine Anteile später wieder, fällt die reguläre Transaktionsgebühr an (0.5% bei beiden). Ausserdem bleiben die staatliche Stempelsteuer und die Produktkosten (TER) des jeweiligen ETFs in jedem Fall bestehen. «Gebührenfrei» heisst also konkret: keine Kaufgebühr – nicht komplett kostenlos.
Wer steckt hinter Yuh und Neon?
Gerade weil beide Apps so ähnlich wirken, lohnt sich ein Blick darauf, wer eigentlich dahintersteht.
Yuh ist 2021 als Joint Venture von PostFinance und Swissquote gestartet. Seit Juli 2025 gehört Yuh zu 100% der Swissquote Bank AG – PostFinance hat ihren Anteil verkauft. Im Hintergrund wickelt die börsenkotierte Swissquote Bank AG sämtliche Finanzdienstleistungen ab, inklusive der Einlagensicherung.
Neon ist ein unabhängiges Schweizer Fintech-Startup, gegründet 2017 von einem vierköpfigen Gründerteam in Zürich. Neon hat keine eigene Banklizenz – Kontoführung und der Wertpapierhandel laufen über die Partnerbank Hypothekarbank Lenzburg, eine 1868 gegründete, börsenkotierte Aargauer Regionalbank. Finanziert wurde Neon unter anderem durch Schweizer Business Angels.
Kurz gesagt: Yuh ist die App einer grossen, etablierten Bank. Neon ist ein unabhängiges Startup mit einer soliden Bank im Hintergrund. Das erklärt teilweise auch, warum Yuh ein breiteres Produktangebot hat (z. B. Kryptowährungen), während Neon fokussierter und schlanker bleibt.
Der Gebühren- und Angebotsvergleich
Kategorie | Yuh | Neon |
|---|---|---|
Kontoführung | Kostenlos | Kostenlos |
Handelsgebühr Inland | 0.5% (mind. CHF 1) | 0.5% (keine Mindestgebühr) |
Handelsgebühr Ausland | 0.5% + 0.95% FX-Gebühr | 1.0%, keine FX-Gebühr |
Gebührenfreie ETF-Sparpläne | 21 ETFs (nur Kauf) | 22 ETFs (nur Kauf) |
Kryptowährungen | Direkt handelbar, ca. 1% Handelsgebühr | Nur Tracker-Zertifikate, TER 1.5% |
Fractional Shares | Ja, ab CHF 10–25 | Nein |
Anzahl Aktien | Rund 300–350 | Rund 220–310 |
Anzahl ETFs | Rund 50–58 | Rund 70 |
Säule 3a | Pauschal 0.5% p.a. | Gestaffelt 0.39–0.45% p.a. |
Einlagensicherung | Bis CHF 100'000 (Swissquote) | Bis CHF 100'000 (Hypothekarbank Lenzburg) |
Alle Angaben Stand 10. Juli 2026, ohne Gewähr – Gebühren und Angebote können sich jederzeit ändern.
Kryptowährungen – der klarste Unterschied
Wenn du auch in Kryptowährungen investieren möchtest, ist der Unterschied entscheidend:
Bei Yuh kannst du direkt Kryptowährungen kaufen und halten – aktuell stehen mehrere Dutzend Kryptowährungen zur Verfügung, die Transaktionsgebühr beträgt rund 1%. Ein Transfer auf eine eigene Wallet ist allerdings nicht möglich.
Bei Neon ist direkter Kryptohandel derzeit nicht möglich. Stattdessen bietet Neon drei Tracker-Zertifikate auf Bitcoin, Ethereum und Ripple an – das ist eine indirekte Wette auf den Kurs, kein Besitz der eigentlichen Kryptowährung, und mit einer TER von 1.5% p.a. spürbar teurer als der direkte Kauf.
Wer also gezielt in Kryptowährungen investieren möchte, kommt an Yuh kaum vorbei.
Bei Auslandtiteln kehrt sich das Kostenbild um
Auf den ersten Blick wirkt Yuh mit 0.5% pro Transaktion günstiger als Neon (1.0% bei ausländischen Titeln). Bei Käufen in Fremdwährung kommt bei Yuh aber zusätzlich eine Fremdwährungsgebühr von 0.95% dazu – effektiv landest du damit bei rund 1.45%. Neon verlangt bei Auslandtiteln pauschal 1.0% ohne separate Fremdwährungsgebühr. Für regelmässige Investitionen in US- oder internationale Aktien kann Neon damit günstiger sein, als es die reine Gebührenzahl auf den ersten Blick vermuten lässt.
Fractional Shares – ein unterschätzter Pluspunkt von Yuh
Ein weiterer wichtiger Unterschied betrifft sogenannte Fractional Shares, auf Deutsch Bruchteilaktien.
Normalerweise kannst du eine Aktie nur als Ganzes kaufen. Bei manchen Schweizer Aktien ist das eine echte Hürde: Eine einzelne Lindt & Sprüngli-Aktie kostet schnell mehrere Zehntausend Franken. Mit Fractional Shares umgehst du dieses Problem – du kaufst nicht 1 ganze Aktie, sondern zum Beispiel für CHF 50 einen kleinen Bruchteil davon. So kannst du auch mit kleinem Budget in teure Aktien investieren und dein Portfolio breiter streuen, statt dein ganzes Geld in eine einzige, teure Aktie zu stecken.
Yuh bietet Fractional Shares für alle Anlageprodukte an – Aktien, ETFs und Kryptowährungen –, bereits ab CHF 10.
Neon bietet aktuell keine Fractional Shares an. Im Sparplan werden dort immer nur ganze Aktien oder ETF-Anteile gekauft, auch wenn dein Sparbetrag dafür nicht ganz ausreicht – der Restbetrag wird dann im Folgemonat mitverwendet.
Für Einsteiger mit kleinerem Budget, die trotzdem breit gestreut und flexibel investieren möchten, ist das ein spürbarer Vorteil von Yuh – gerade bei hochpreisigen Schweizer Aktien wie Lindt & Sprüngli, Givaudan oder Kühne+Nagel, die sich bei Neon ohne Fractional Shares kaum sinnvoll ins Portfolio integrieren lassen.
Für wen passt was?
Du möchtest auch in Kryptowährungen investieren? → Yuh, da direkter Kryptohandel möglich ist
Dir ist ein möglichst schlankes, fokussiertes Angebot wichtig? → Neon
Du kaufst oft einzelne, teure Aktien mit kleinem Budget? → Yuh dank Fractional Shares
Du planst regelmässige Sparpläne auf Auslandtitel? → Neon, wegen der fehlenden Fremdwährungsgebühr
Du willst deine Säule 3a möglichst günstig anlegen? → Neon, dank gestaffelter, tieferer Gebühren
Dir ist wichtig, dass die App zu einer grossen, etablierten Bank gehört? → Yuh, als 100%-Tochter von Swissquote
Am Ende musst du selbst gewichten, welche Punkte für dich am wichtigsten sind. Beide Apps sind seriöse, günstige Lösungen für den Einstieg – die Entscheidung hängt vor allem davon ab, ob dir Kryptowährungen, tiefe Kosten bei Auslandtiteln oder eine günstige Säule 3a wichtiger sind.
Häufige Fragen zu Yuh vs. Neon
Kann ich bei Neon Kryptowährungen kaufen?
Direkt nicht. Neon bietet nur indirekte Tracker-Zertifikate auf Bitcoin, Ethereum und Ripple an, keine echten Kryptowährungen zum Halten.
Ist Yuh oder Neon sicherer?
Beide bieten eine Einlagensicherung bis CHF 100'000 – Yuh über die Swissquote Bank AG, Neon über die Hypothekarbank Lenzburg. Beides sind regulierte Schweizer Banken.
Kann ich bei beiden Apps einen ETF-Sparplan einrichten?
Ja, beide bieten Sparpläne mit teilweise gebührenfreien ETFs an. Beachte: Die Gebührenbefreiung gilt nur beim Kauf, nicht beim Verkauf.
Kann ich Yuh und Neon gleichzeitig nutzen?
Ja, es spricht nichts dagegen, beide Apps parallel zu nutzen – zum Beispiel Yuh für Kryptowährungen und Neon für den ETF-Sparplan.
Fazit
Yuh und Neon sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich – bei genauerem Hinsehen zeigen sich aber klare Unterschiede. Yuh punktet mit direktem Kryptohandel und Fractional Shares, Neon mit tieferen Kosten bei Auslandtiteln und einer günstigeren Säule 3a. Wer beide Bereiche abdecken möchte, kann auch problemlos beide Apps parallel nutzen. Wichtiger als die «perfekte» App ist ohnehin, dass du überhaupt anfängst zu investieren – und dafür sind beide eine solide, kostengünstige Wahl.
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