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Notgroschen Schweiz: Wie viel?

Bevor du deinen ersten Franken in ETFs oder Aktien investierst, gibt es einen Schritt, den viele überspringen – und den du besser nicht überspringst: den Notgroschen. Er ist dein finanzielles Sicherheitsnetz für den Ernstfall, und er entscheidet mit, ob du bei einer unerwarteten Ausgabe ruhig bleiben kannst oder gezwungen bist, mitten in einer schlechten Börsenphase Investitionen wieder zu verkaufen. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie viel Geld du zurücklegen solltest, warum das in der Schweiz eine eigene Logik hat, und wo dieses Geld am besten aufgehoben ist.

Cover-Illustration Notgroschen Schweiz – Sparschwein mit Schutzschild über einem Münzstapel, Symbol für die finanzielle Reserve vor dem Investieren

Was ist ein Notgroschen und wozu brauchst du ihn?

Als Notgroschen – in der Schweiz manchmal auch "Notbatzen" genannt – bezeichnet man einen Geldbetrag, der ausschliesslich für finanzielle Notfälle reserviert ist. Typische Auslöser sind eine unerwartete Autoreparatur, eine grössere Zahnarztrechnung, ein Jobverlust oder eine längere Krankheit. Der Sinn des Notgroschens ist einfach: Du sollst solche Situationen meistern können, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen, deine Kreditkarte zu strapazieren oder Anlagen in einem ungünstigen Moment verkaufen zu müssen.

Wie viel solltest du zurücklegen?

Als Faustregel gilt: drei bis sechs Monatsausgaben. Wenn du also monatlich CHF 3'500 zum Leben brauchst, entspricht das einem Notgroschen zwischen CHF 10'500 und CHF 21'000. Wo genau du dich in dieser Spanne einordnest, hängt von deiner persönlichen Situation ab: Bist du alleinverdienend oder gibt es in deinem Haushalt ein zweites Einkommen? Hast du einen sicheren, unbefristeten Job oder eher unregelmässige Einkünfte? Je unsicherer deine Situation, desto eher solltest du dich am oberen Ende der Spanne orientieren.

Warum das in der Schweiz besonders wichtig ist

Ein Argument, das man oft hört, lautet: "Wir haben doch die Arbeitslosenversicherung, wozu also noch extra sparen?" Die ALV ist tatsächlich eine wichtige Absicherung – aber sie schliesst die Lücke nicht vollständig. Zwei Punkte sind hier entscheidend:

Erstens gibt es sogenannte Wartetage, bevor die erste Zahlung überhaupt fliesst – je nach Einkommen und familiärer Situation zwischen 0 und 20 Tage. Zweitens werden die Taggelder nachschüssig ausbezahlt: Die Arbeitslosenkasse rechnet einen Monat erst ab, nachdem er bereits vorbei ist und alle nötigen Unterlagen eingereicht wurden. In der Praxis vergehen bis zur ersten Auszahlung deshalb oft mehrere Wochen. Und selbst wenn das Geld fliesst, erhältst du in der Regel nur 70 Prozent deines bisherigen Lohns (80 Prozent, wenn du unterhaltspflichtig bist oder wenig verdienst).

Erstens gibt es sogenannte Wartetage, bevor die erste Zahlung überhaupt fliesst – je nach Einkommen und familiärer Situation zwischen 0 und 20 Tage. Zweitens werden die Taggelder nachschüssig ausbezahlt: Die Arbeitslosenkasse rechnet einen Monat erst ab, nachdem er bereits vorbei ist und alle nötigen Unterlagen eingereicht wurden. In der Praxis vergehen bis zur ersten Auszahlung deshalb oft mehrere Wochen. Und selbst wenn das Geld fliesst, erhältst du in der Regel nur 70 Prozent deines bisherigen Lohns (80 Prozent, wenn du unterhaltspflichtig bist oder wenig verdienst).

Erstens gibt es sogenannte Wartetage, bevor die erste Zahlung überhaupt fliesst – je nach Einkommen und familiärer Situation zwischen 0 und 20 Tage. Zweitens werden die Taggelder nachschüssig ausbezahlt: Die Arbeitslosenkasse rechnet einen Monat erst ab, nachdem er bereits vorbei ist und alle nötigen Unterlagen eingereicht wurden. In der Praxis vergehen bis zur ersten Auszahlung deshalb oft mehrere Wochen. Und selbst wenn das Geld fliesst, erhältst du in der Regel nur 70 Prozent deines bisherigen Lohns (80 Prozent, wenn du unterhaltspflichtig bist oder wenig verdienst).

Ähnlich sieht es bei Krankheit aus: Dein Arbeitgeber muss dir zwar den Lohn fortzahlen, aber im ersten Dienstjahr gilt gesetzlich nur eine Frist von drei Wochen. Danach hängt die Dauer von deinem Kanton und deiner Anstellungsdauer ab. Viele Arbeitgeber sichern das über eine Krankentaggeldversicherung ab – die aber oft erst nach einer Wartefrist von 30, 90 oder sogar 180 Tagen einspringt. In dieser Zeit kann eine echte Lücke entstehen, wenn der Arbeitgeber nicht ohnehin länger zahlt.

Kurz gesagt: Die Schweizer Sozialversicherungen sind gut, aber sie ersetzen keinen eigenen finanziellen Puffer – sie überbrücken nicht jede Wartezeit und nicht jeden Franken.

Notgroschen für Selbstständige – warum du mehr brauchst

Bist du selbständig erwerbend, sieht deine Ausgangslage nochmals anders aus: Du bist in der Schweiz grundsätzlich nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert – eine freiwillige ALV wie in manchen anderen Ländern gibt es hierzulande nicht. Fällt dein Einkommen weg, trägst du das Risiko vollständig selbst. Deshalb wird für Selbständige häufig ein deutlich grösserer Puffer empfohlen, oft im Bereich von sechs bis zwölf Monatsausgaben, statt der drei bis sechs Monate für Angestellte.

Wo bewahrst du deinen Notgroschen auf?

Genauso wichtig wie die Höhe ist die Frage, wo das Geld liegt. Der Notgroschen gehört auf ein separates Konto, getrennt von deinem Alltagskonto und erst recht getrennt von deinem Investment-Konto – so vermeidest du, dass er "aus Versehen" für Alltägliches ausgegeben wird oder mit angelegtem Geld vermischt wird. Wichtig ist zudem, dass du jederzeit und ohne Strafgebühr darauf zugreifen kannst. Festgeldkonten oder Kassenobligationen eignen sich deshalb nicht als Notgroschen, da dein Geld dort für eine feste Laufzeit gebunden ist. Ein normales, frei verfügbares Sparkonto ist hier die richtige Wahl. Wenn du noch kein separates Konto dafür hast, findest du in unserem Broker-Vergleich Yuh vs. Neon vs. Swissquote einen Überblick über gängige Kontooptionen.

Wie baust du deinen Notgroschen auf, wenn du noch keinen hast?

Der einfachste Weg ist ein monatlicher Dauerauftrag, ähnlich wie bei einem ETF-Sparplan: Sobald dein Lohn eingegangen ist, überweist du automatisch einen festen Betrag auf dein separates Notgroschen-Konto. So baust du den Puffer kontinuierlich auf, ohne jeden Monat neu daran denken oder dich neu entscheiden zu müssen. Wichtig: Solange dein Notgroschen noch nicht steht, hat sein Aufbau Vorrang vor dem Investieren.

Notgroschen vs. Investieren – was zuerst?

Die Reihenfolge ist klar: erst der Notgroschen, dann das Investieren. Der Grund ist einfach – Geld, das du an der Börse angelegt hast, kann kurzfristig im Wert schwanken. Brauchst du in einem Notfall plötzlich Geld und musst dafür Anlagen verkaufen, kann es sein, dass du das ausgerechnet in einer Verlustphase tun musst. Steht dein Notgroschen dagegen bereits, kannst du entspannt und mit einem langfristigen Horizont investieren, wie wir es in Investieren für Anfänger in der Schweiz beschreiben. Wie viel du danach monatlich investieren kannst, erfährst du in Wie viel soll ich monatlich investieren?.

Häufige Fragen zum Notgroschen

Reicht auch ein kleinerer Notgroschen, wenn ich gerade erst anfange zu sparen?

Ja – wichtiger als die perfekte Summe von Anfang an ist, dass du überhaupt startest. Ein Notgroschen von ein bis zwei Monatsausgaben ist besser als gar keiner, und du kannst ihn kontinuierlich weiter aufbauen.

Zählt mein Freizügigkeitskonto oder meine Säule 3a als Notgroschen?

Nein. Beide sind für die Vorsorge gedacht und in der Regel nicht (oder nur mit Einschränkungen) vorzeitig verfügbar. Der Notgroschen muss jederzeit frei zugänglich sein.

Sollte ich meinen Notgroschen investieren, um mehr Rendite zu erzielen?

Nein. Der Notgroschen ist bewusst nicht für Rendite gedacht, sondern für Sicherheit. Investitionen können im Wert schwanken – genau das willst du bei Geld, das du im Notfall sofort und vollständig brauchst, vermeiden.

Was, wenn ich meinen Notgroschen einmal anbrechen muss?

Das ist völlig normal und genau der Zweck des Kontos. Wichtig ist, dass du ihn danach wieder auffüllst, sobald es deine finanzielle Situation zulässt.

Brauche ich als Ehepaar oder Paar mit gemeinsamem Haushalt trotzdem einen vollen Notgroschen pro Person?

Nicht zwingend – bei einem gemeinsamen Haushalt mit zwei Einkommen kann sich das gemeinsame Risiko reduzieren. Massgebend sind letztlich eure gemeinsamen Monatsausgaben und wie stabil eure Einkommenssituation insgesamt ist.

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Disclaimer: Die Inhalte auf dieser Seite dienen ausschliesslich der Information und Bildung und stellen keine Anlageberatung im Sinne des FIDLEG dar. Es werden keine individuellen Empfehlungen abgegeben. Investieren ist mit Risiken verbunden – ein Kapitalverlust ist möglich. Bitte triff Anlageentscheidungen auf Basis eigener Recherche oder konsultiere eine zugelassene Finanzfachperson.

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